Zwei Sachen:
1. das Thema Mediation hat mich jüngst beschäftigt
2. es ist mal wieder Zeit für einen Blogartikel!

Mediation – ein viel genutztes Wort in der heutigen Zeit. Aber was heißt denn Mediation überhaupt? Und was bringt es? Und wer darf sich denn Mediator nennen?

Wikipedia sagt: „ein strukturiertes freiwilliges Verfahren zur konstruktiven Beilegung eines Konfliktes.“ Toll! Das hört sich wirklich zielführend an – vor allem dann, wenn ein Konflikt vorliegt, der ohne die Unterstützung eines Dritten nicht mehr gelöst werden kann.

Paare gehen hierfür häufig in eine Paartherapie. Oder in ein Paarcoaching. Aber das ist längst „lame“ wie die Jugend von heute sagen würde. Mittlerweile nennt man das Mediation. Kommt besser, klingt gesünder und nebenher hört es sich so an als ob ein echtes und ernsthaftes Interesse besteht.

Aber Spaß beiseite, Mediation ist grundsätzlich erstmal sinnvoll und hat eine lange und ehrenwerte Geschichte vorzuweisen.

Und jetzt kommt das Aber. Ebenso wie zum Beispiel der psychologische Berater, ist der Titel Mediator für beinahe jeden erhältlich bzw. nutzbar. Die Berufsbezeichnung Mediator ist in Deutschland gesetzlich nicht geschützt! Eine überschaubare Ausbildung erteilt einem die Erlaubnis sich Mediator zu nennen. Um ein Qualitätsmerkmal handelt es sich hierbei also nicht. Dementsprechend ist ein wenig Vorsicht bei der Auswahl eines passenden Mediators geboten.
Ich möchte Ihnen in diesem Artikel ein paar Hinweise geben wie Sie noch besser einen für Sie geeigneten Mediator finden können.

Ein paar Worte zur Geschichte

Ursprünglich wurde der Begriff Mediator bzw. Mediation nur im Zusammenhang mit Schiedsgerichten und ähnlichem verwendet. Also erst und nur dann wenn ein Rechtsstreit vorlag und die Parteien zumindest theoretisch mit einem Vergleich also einer außergerichtlichen Einigung einverstanden waren. An diesem Punkt wurden und werden Mediatoren eingesetzt, um eine Einigung zu erzielen. Wichtig an dieser Stelle: die Mediation ist als Verfahren zu sehen und nicht als Institution.

Eckpunkte einer Mediation

Der Mediator selbst hat sowohl bei Konflikten innerhalb von Partnerschaften, als auch bei rechtlichen Auseinandersetzungen ein paar Eckpunkte zu beachten.

  • Vom Mediator werden keine Entscheidungen getroffen, keine Empfehlungen und keine Vorschläge für eine mögliche Konfliktregelung formuliert.
  • Mit der Schlichtung hat Mediation gemein, dass ohne Zustimmung der Parteien keine verbindliche Entscheidung gefällt wird. Es sei denn die Mediation findet im privaten Rahmen statt, dann können, dürfen, sollen natürlich verbindliche Entscheidungen gefällt werden.

Die Voraussetzungen für einen sauberen Prozess:

  • Freiwilligkeit
  • Verschwiegenheit
  • Ergebnisoffenheit
  • Allparteilichkeit

Es macht mit Sicherheit Sinn diese vier Punkte sehr streng zu beachten.

Das Ziel

Das Ziel ist stets eine Lösung des Konfliktes. Hierbei sind Kompromisse in der Regel erforderlich. Aufgabe des Mediators ist es nicht, die einzelnen Parteien zu einem Kompromiss zu überreden – vielmehr ist die Idee, dass der Mediator den Prozess dahingehend begleitet, die Parteien zu einem internen Perspektivwechsel anzuleiten und die verschiedenen Möglichkeiten gemeinsam zu erarbeiten.

Der Mediator begleitet, handelt ergebnisoffen und orientiert sich nicht an einer Partei oder Meinung.

Gar nicht so einfach. Und allein um das zu lernen reicht aus meiner Sicht eine einjährige Wochenendausbildung nicht aus.

Bereiche

In welchen Bereichen sich mittlerweile Mediatoren finden lassen ist fast schon ein wenig lustig. Von A wie Arbeitsmediation bis Z wie Zukunftsmediation ist beinahe alles denkbare auch vorhanden.
Aus meiner Sicht ist davon nur ein Bruchteil ernstzunehmen. Die Verlockung des Geldes, vor allem des schnellen Geldes, hat offensichtlich einige Hobby-Psychologen und verkappte Konfliktschlichter in eine Ausbildung zum Mediator getrieben.
Ich sage es mal so. Grundsätzlich finde ich es klasse wenn Menschen eine Ausbildung machen, die sie befähigt Konflikte zwischen anderen und somit auch Konflikte im eigenen Leben besser zu lösen. Das ist mit Sicherheit der richtige Weg um unsere Erde zu einem friedlicheren Ort zu machen. Gleichzeitig überschätzen sich aber auch viele nach einer kurzen Ausbildung und fangen an Paare und andere zerstrittene Parteien zu begleiten, obwohl die Kompetenz hierfür noch lange nicht ausreichend ist.
Ich persönlich habe keine Ausbildung zum Mediator und traue mir eine Art mediativer Arbeit auch nur sehr eingeschränkt zu. Es kommt natürlich immer auf den einzelnen Fall an, aber grundsätzlich neige ich eher dazu solche Streitigkeiten an einen passenden Mediator weiterzureichen.
Für die folgenden Bereiche erachte ich Mediation als sinnvoll:

  • Wirtschaftsmediation
  • Schulmediation
  • Täter-Opfer-Mediation
  • interkulturelle Mediation

Mit dieser Liste erhebe ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es gibt mit Sicherheit noch einige weitere Bereiche in denen Mediation sinnvoll eingesetzt wird.

Empfehlung

Für Freiburg und – ich sag mal den baden-württembergischen Raum – kann ich Ihnen einen sehr geschätzten Kollegen sehr empfehlen.
Hans-Gerd Leonhardt Mediator von synergos aus Freiburg hat nicht nur die aus meiner Sicht notwendigen Qualifikationen sondern auch die langjährige Erfahrung für eine gelungene Mediation.

Wenn Sie Kontakt mit ihm aufnehmen – gerne einen Gruß von mir ausrichten :)

Dann sag ich mal Tschüß und bis zum nächsten Blogbeitrag!

Ihr
Daniel Scholz