Oft werde ich gefragt: „liest Du dann eigentlich immer in den Gesichtern der Menschen oder kannst Du auch entspannt in einem Restaurant sitzen?“ Meine Antwort:

Beides.

Ja, einerseits lese ich unterbewusst mit Sicherheit mehr aus den Menschen heraus als manch anderer. Bewusst tue ich dies aber nur, wenn ich es möchte und für mich einen klaren Auftrag oder eine Notwendigkeit sehe. Wenn ich in einem Restaurant sitze, dann kann ich mich absolut entspannen und brauche nicht permanent in den Gesichtern der anderen zu lesen. Generell schaue ich mich aber schon sehr interessiert um, sobald ich in einem Raum mit mehreren Menschen komme – und wenn mir ein Merkmal was ich selten sehe in den Blick gerät, dann betrachte ich dieses Merkmal und den dazugehörigen Menschen schon für einen Moment intensiver! Aber eben nicht per se und ständig! Man kann also auch ganz entspannt mit mir essen gehen :)
Was ich auf jeden Fall mache, ist das Gesichterlesen als Zeitvertreib zu nutzen. Langweilig ist mir unter Menschen nie – und wenn ich nie sage, dann meine ich nie :)

Was mir vor einiger Zeit bewusst wurde, weil es ebenfalls immer mal wieder Thema war: das Schöne am Gesichterlesen ist für mich, dass ich mich, entgegen der Erwartung vieler, durch das Gesichterlesen eher von Schubladen befreit habe anstatt sie zu bestätigen. Gerade weil ich durch das Lesen in den Gesichtern meiner Mitmenschen so vieles über deren Potentiale, Ängste, Sorgen, Ideen und Persönlichkeitsstrukturen erfahren kann, werde ich nachsichtiger für vermeintliche Fehler, beschäftige mich wertfreier und ergebnisoffener mit den Menschen.
Viele denken ja, dass Schubladendenken mit Hilfe des Gesichterlesens eher bedient wird – dies ist aber, und das kann ich definitiv aus eigener Erfahrung sagen – nicht der Fall.
Ich wurde es oft gefragt, habe aber immer mit der Selbstverständlichkeit reagiert: „nein, Schubladen bediene ich keine“ ..mittlerweile weiß ich aber auch bewusst, dass es der Fall ist.

Noch eine letzte Anmerkung zur Eingangsfrage: was macht ein Feuerwehrmann, wenn er ein Restaurant betritt?

Richtig: er schaut sich nach den Notausgängen um!

Niemand schüttelt seinen Beruf im Privatleben mal so eben und vollständig ab!